In den Teilen 1, 2, und 3 dieser Serie haben wir geklärt was auf die Webseite Ihrer Gaststätte gehört, welche Photos Sie verwenden sollten und welche Informationen Ihre Besucher tatsächlich interessieren. Im letzten Teil möchte ich noch etwas zum Umfang von Internetauftritten im Gastronomiebereich sagen. Kleinere Unternehmen zögern manchmal, sich einen professionellen Webauftritt zu leisten, denn die Kosten können in schwindelerregende Höhen steigen, wenn der Unternehmer/Gaststättenbetreiber zu viel auf einmal haben möchte. Was ich damit meine? Ganz einfach: Es ist wie in Ihrem Restaurant. Manche Zutaten kosten mehr, andere weniger Geld, gemessen am Einkaufspreis und wie schwierig es ist, das Essen zuzubereiten und wie viel Gehalt der Koch verlangt. Manche Restaurantbesitzer scheuen sich vor dem Preis von Webdesign und machen lieber alles selber, was in etwa so gute Resultate liefert, wie den Tellerwäscher als Chefkoch einzustellen. Was ich sagen will, genau wie Ihre Gäste teurere oder billigere Speisen wählen können, können auch Sie eine teurere oder billigere Weblösung wählen. Wenn Sie langfristig mehr Funktionalität haben wollen, lässt sich diese auch Schrittweise implementieren. Sie müssen nicht auf einen Schlag eine Webseite mit allen Raffinessen kaufen. Setzen Sie lieber auf einen langsamen Aufbau und machen Sie sich selbst ein Bild über Kosten und Nutzen Ihrer Webseite z.B. indem Sie sich die Google Analytics Resultate Ihrer Webseite geben lassen. Letzten Endes ist Ihre Webseite kein Kunstprojekt sondern ein wichtiges Werkzeug um Kunden zu gewinnen bzw. zu halten.

Eine einfache Webseite muss nicht teuer sein.

Eine einfache, professionelle Webseite ist besser als gar keine, oder eine die wie selbstgebastelt aussieht. Wenn Sie nicht viel Geld für Ihre Webseite übrig haben, kann es am Anfang auch reichen, eine Webseite mit geringem Umfang zu erstellen. Ein paar Bilder sollten trotzdem dabei sein, damit die Seite professionell und einladend wirkt. Wichtig sind vor allem die in Teil 3 besprochenen Informationen: Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und die Speisekarte.

Mobiles Design - Ja oder Nein?

Rechnen Sie damit, dass ungefähr ein Drittel Ihrer Besucher Ihre Webseite über mobile Geräte nutzt, Tendenz steigend. Wenn Sie wirklich Geld sparen müssen, können Sie anfangs auf mobiles Design verzichten. Aber Sie sollten nicht vergessen, dass Sie damit einem Drittel Ihrer potentiellen Kunden Steine in den Weg legen. Eine nicht für mobile Geräte optimierte Webseite kann Sie diese Kunden kosten z.B. wegen zu langer Ladezeiten oder Unleserlichkeit. Auf Dauer kann sich die Investition in eine mobilgerätfreundliche Webseite (responsive Design) also durchaus lohnen.

Browserwahl: Firefox, Chrome oder doch Internet Explorer?

Aktuelle Statistiken zeigen: Der beliebteste Browser in Deutschland ist Firefox, gefolgt von Chrome und Safari. Internet Explorer liegt auf dem vierten Platz mit nur 16,8%. Warum ist das für Sie wichtig? Weil Sie die Kosten Ihrer Webseite stark in die Höhe treiben können, wenn Sie eine Kompatibilität mit veralteten Browsern verlangen (vor allem IE 5-8). Warum? Weil diese Browser nicht ausgerüstet sind, moderne Funktionen (HTML5, CSS3) zu unterstützen und sich daher die Arbeitszeit für den Webdesigner massiv verlängert, denn der muss jetzt dafür sorgen, dass die Webseite auch auf diesen Browsern ein gutes Erlebnis bietet. Jetzt ist es für Sie wichtig, Ihre Gäste gut einzuschätzen. Im Zweifelsfall sollten Sie nachfragen. Welche Browser verwenden Ihre Gäste? Sind Sie jung oder alt, geübt im Umgang mit Technologie oder eher nicht? Je nachdem sollten Sie entscheiden, ob sich der zusätzliche Aufwand um alte Browser lohnt.

Was verursacht sonst noch Kosten und brauche ich das?

  • Blogs: Blogs sind Segen und Fluch zugleich. Einerseits bieten sie die Möglichkeit, schnell mit Gästen in Kontakt zu treten, und die Webseite immer aktuell zu halten. Andererseits kosten sie Zeit und, wenn Sie das Blog in das Design Ihrer Webseite einfügen wollen, auch Geld. Wenn Sie ein Blog wollen, sollten Sie sich auch sicher sein, dass Sie es nutzen werden. Denn ohne regelmäßige Einträge ist es nutzlos.

  • Social Media: Facebook und Co. bieten Unternehmen die Möglichkeit über ihre Plattformen mit Kunden in Kontakt zu treten. Wie schon beim Blog ist auch die effektive Nutzung von sozialen Netzwerken eine Zeitfrage. Natürlich ist es auch schon ein kleiner Erfolg, wenn Ihre Gäste Ihre Seite auf Facebook "mögen", aber besser ist es, wenn die Gäste und Sie aktiv werden, denn das erhöht die Sichtbarkeit der Seite für mögliche Kunden, mit denen Ihre Gäste auf Facebook befreundet sind. Leider reicht es nicht, nur Webseite und Facebookseite zu verlinken.

  • Google Maps: Damit Ihre Gäste Sie leichter finden, können Sie Google Maps auf Ihrer Webseite integrieren. Dieser Schritt ist normalerweise nicht mit hohen Kosten verbunden, ist dafür aber eine kleine Geste der Nutzerfreundlichkeit.

  • Musik im Hintergrund: Oft gewünscht - leider nur vom Besitzer, denn vielen Besuchern ist Hintergrundmusik auf Webseiten ein Graus. Gründe gibt es dafür viele: Längere Ladezeiten, höhere Datenmengen (ein absolutes No-Go z.B. bei Smartphone-Nutzern mit begrenzten Datenvolumen), oder auch einfach nur dass der Kunde nicht damit rechnet und sich erschreckt wenn plötzlich die Musik losplärrt oder sich schämt, weil andere dadurch gestört werden.

  • Online Tisch-Reservieren: Es gibt Menschen, die telefonieren nicht gerne, hätten aber trotzdem einen Tisch bei Ihnen reservieren wollen. Onlinereservierungen sind eine zusätzliche Leistung an Ihre Gäste, ob es sich lohnt wissen Sie als Gastronom am Besten.

  • Online Bestellen: Dieser Service kann vorallem dann erhebliche Mehrkosten verursachen, wenn an die Bestellung auch gleich die Bezahlung angeschlossen ist.

  • Suchmaschinenoptimierung: Machen Sie sich Gedanken zu den Zielen, die sie für diese Optimierung haben. Je ehrgeiziger, desto teurer wird es voraussichtlich für Sie.

  • Lokalisierung: Lokalisierung bedeutet, dass der Besucher Ihre Webseite in verschiedenen Sprachen sehen kann. Diese Funktion ist vor allem interessant, wenn Sie viele Gäste aus dem Ausland haben, oder haben könnten.

  • CMS (Content-Management Systeme): Wenn Sie selbst auf Inhalte Ihrer Webseite zugreifen wollen, sollten Sie diese Option wählen. Sie ist mit Mehrkosten verbunden, dafür können Sie aber selbst viele Inhalte ändern z.B. die Preise Ihrer Speisekarte aktuell halten. Wenn Sie sich lieber nur um Ihr Restaurant kümmern möchten, übernimmt Ihr Webdesigner diese Änderungen für Sie.

Welche Kosten kommen sonst noch auf mich zu?

Die Kosten einer Domain (ihre www.ihrrestaurant.de Adresse) liegen derzeit bei ca. 13 € im Jahr. Außerdem brauchen Sie noch einen Server auf dem die Inhalte Ihrer Webseite gespeichert werden, der Preis dafür richtet sich nach den Besucherzahlen und abgefragten Datenmengen (wieder ein Grund keine Hintergrundmusik einzubauen), können aber für kleinere Webseiten und Nutzermengen auch unter zehn Euro im Monat liegen. Als letzten Punkt sollten Sie sich noch Gedanken dazu machen, ob Sie einen Maintenance-Plan abschließen möchten. Maintenance bedeutet, dass Ihr Webdesiger ihnen hilft wenn kleinere Probleme auftreten und regelmäßig die Webseite technisch aktualisiert. Oft ist auch hierfür ein Monatsbeitrag zu entrichten. Weil größere Probleme oder der Totalausfall der Webseite so oft verhindert werden können, kann sich ein Maintenance-Plan durchaus lohnen.