Wer im Internet nach Webdesignern sucht findet hunderte Angebote von großen Agenturen, kleinen Teams und eigenständigen Freelancern. Als Kunde haben Sie die Qual der Wahl. Doch für Laien ist es oft schwierig, gutes von schlechtem Webdesign zu unterscheiden. Eine schöne Ästhetik ist wichtig, doch sollte man sich nicht davon blenden lassen. Ebenso wichtig ist, dass Sie mit ihrem Webdesigner einen zuverlässigen Ansprechpartner finden, mit dem Sie gerne zusammenarbeiten, denn gerade bei individuell für Sie gemachten Designs ist Ihre Mitarbeit unverzichtbar. Aber woran erkennen Sie einen guten Webdesigner?

1. Das Portfolio

Fragen Sie nach dem Portfolio des Designers, wenn es auf seiner Webseite nicht zugänglich ist. Hier bekommen Sie ein erstes Gespür für den Stil des Designers, und können evtl. sogar sehen, mit wem der Webdesigner sonst noch zusammengearbeitet hat. Besuchen Sie auch ruhig die aufgeführten Webseiten und testen Sie ob die Seiten funktionieren. Ein Alarmzeichen ist z.B. wenn viele Links ins Leere führen. Manchmal gibt es dafür auch eine Erklärung die außerhalb der Kontrolle des Webdesigners lag, fragen Sie also nach. Bei kleineren Firmen, die sich erst am Markt etablieren wollen, kann es manchmal vorkommen, dass nur ein kleines Portfolio vorhanden ist. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, oft können kleinere Firmen einen persönlicheren Kundenservice vorweisen, oder sind preisgünstiger als etablierte Firmen.

2. Der Vertrag

Unerfahrene Webdesigner arbeiten bisweilen ohne Vertrag. Als Kunde sollten Sie aber vorsichtig sein. Gängige Praxis ist nämlich eine Vorauszahlung von bis zu 50% der Vergütung, bevor der Designer die Arbeit an Ihrem Projekt aufnimmt. Im schlimmsten Fall haben Sie ohne Vertrag nichts in der Hand, wenn die Arbeit nicht ausgeführt wird. Ein zuverlässiger Designer wird mit Ihnen einen Vertrag abschließen, in dem Zahlungen und Rechte klar geregelt sind. Das erspart im Konfliktfall viel Ärger. Worauf Sie achten sollten: Lesen Sie sich den Vertrag gut durch, und fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Gerade im Bereich geistiges Eigentum lauern viele Fallen und Möglichkeiten für Missverständnisse. Es sollte z.B. geklärt sein, ob die Rechte für vom Designer erstellte Grafiken bei ihm oder ihr bleiben, oder auf Sie als Kunden übergehen und für welche Zwecke diese Grafiken genutzt werden dürfen. Ein Vertrag schützt Sie und den Designer und sollte unbedingt vorhanden sein.

3. Die Besprechung

Ein guter Webdesigner bespricht mit Ihnen vor Vertragsabschluss das Projekt, um Missverständnisse zu vermeiden, entweder am Telefon, über Skype, oder am besten persönlich. Gerade deswegen empfiehlt es sich, statt einer großen, überregionalen Agentur einen Designer aus Ihrer Region zu beauftragen. Der Webdesigner sollte Sie zu dem geplanten Projekt befragen und Ihre Designwünsche etc. ernst nehmen. Machen Sie sich ein Bild vom Designer. Nimmt er sie ernst? Hört er zu? Beantwortet er Ihre Fragen? Hier können Sie einen ersten Eindruck gewinnen, wie die Zusammenarbeit wäre. Passt es für Sie nicht, dann sollten Sie sich vielleicht noch einmal nach einem anderen Designer umsehen.

4. Vergütung

Gutes Webdesign ist nicht billig. Designer und Entwickler arbeiten viele Stunden lang an einer Webseite, gerade wenn sie viele Funktionen hat, oder umfangreich ist. Selbstständige Webdesigner müssen dabei einen höheren Stundensatz berechnen, weil Sie auch höhere Versicherungskosten, Büromiete, Werbung, Hardware und Software bezahlen. Denken Sie einmal an andere Selbständige, z.B. Schreiner, Klempner oder Steuerberater und machen Sie den Vergleich. Würden Sie sich für 50 Euro Ihr Bad sanieren lassen, oder wären Sie misstrauisch? Einen guten Artikel zu diesem Thema finden Sie auch hier. Professionelles Design ist eine Investition in Ihr Unternehmen, denn Ihre Webseite ist oft der erste Kontakt, den Kunden mit Ihrem Unternehmen haben. Eine gute Webseite lockt Kunden an.

5. Stundensatz

Viele Webdesigner bieten ein Servicepaket an. Der Kunde zahlt einen vorher vereinbarten Preis, und der Designer fertig das Projekt an, ohne die genaue Stundenzahl zu berechnen. Ihr Designer sollte aber erklären können wie er zu dem berechneten Preis kommt, wie viele Entwürfe angefertigt werden, und wie viele Änderungen im Paket enthalten sind (danach wird oft der Stundensatz verlangt). Wenn Sie den Stundensatz zahlen, sollte Ihr Designer Ihnen aufschlüsseln können, woran wie lange gearbeitet wurde. Software wie Toggl lässt Designer und Entwickler die Zeit messen, die an einem Projekt gearbeitet wurde. Die Arbeitszeiten können so genau an den Kunden übermittelt werden.

6. Änderungen

Ein guter Webdesigner wird mit Ihnen Änderungswünsche durchgehen und Ihnen seine Designentscheidungen erklären können. Ein guter Tipp ist: Beide Seiten sollten der anderen zuhören. Der Designer sollte auf Ihre Wünsche Rücksicht nehmen. Trotzdem sollten Sie als Kunde vom Fachwissen des Designers Gebrauch machen, auch wenn nicht alles nach Ihrem Geschmack ist. Denken Sie immer daran, die Webseite wird nicht für Sie erstellt, sondern für Ihre Kunden/Nutzer.

7. Zuverlässigkeit

Ihr Webdesigner ist ein wichtiger Geschäftspartner. Viele Ihrer Kunden gewinnen den ersten Eindruck über Ihr Unternehmen über Ihre Webseite. Unternehmer die schlechte Erfahrungen mit Webdesignern gemacht haben, beklagen oft, dass der Designer bei Probleme untergetaucht war und weder per E-Mail noch am Telefon erreichbar war. Oft zeichnet sich dieses Verhalten schon vorher ab. Wenn Sie sehr lange auf Antworten warten müssen, oder der Webdesigner sich längere Zeit weigert, Ihnen zu zeigen, woran er für Sie arbeitet, sollten Sie vorsichtig werden.

Trotz mancher schwarzer Schafe, gibt es viele engagierte und zuverlässige Webdesigner. Deswegen sollten Sie sich einen Überblick verschaffen, Preise vergleichen und mit Webdesignern in Kontakt treten, am Besten persönlich. Es lohnt sich. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!